Costa Rica
Geographie:
Topographisch lässt sich Costa Rica in fünf Großräume gliedern: in die vulkanischen Bergketten der Cordilleras, das Valle Central mit der Hauptstadt San José, die Schwemmlandebenen der Karibikküste, die zentrale Pazifikküste und die trockene Halbinsel Nicoya im Nordwesten. In den Cordilleras gibt es eine Vielzahl noch aktiver und auch erloschener Vulkane, darunter der Turrialba. Die drei am meisten besuchten sind der Volcán Poás (2704 Meter), der Arenal (1633 Meter) und der Irazú (3432 Meter). Der Chirripó Grande (3820 Meter) ist der höchste Berg des Landes.
Klima:
Das Klima Costa Ricas ist durch zwei Jahreszeiten gekennzeichnet: Regen- und Trockenzeit. Die Regenzeit erstreckt sich von Mai bis November, die Trockenzeit von Dezember bis April. Aufgrund der Lage zwischen 8° und 11° nördlicher Breite befindet sich Costa Rica in den Tropen, allerdings differieren die Niederschläge erheblich. In San José fallen im Jahr 1867 mm, in Puerto Limón an der Karibikküste mit 3518 mm fast doppelt so viel.
Bevölkerung:
Die Bevölkerung setzt sich zusammen aus 94 % Mestizen und Weiße, 3 % Schwarze, 1 % Indios, 1 % Chinesen und 1 % sonstigen.
Unter den Costaricanern mit afrikanischer Abstammung sind viele Nachkommen eingewanderter Arbeiter von den westindischen Inseln, die daher zumeist ein englisches Kreol sprechen. Costa Rica hat den geringsten Anteil indigener Bevölkerung unter den mittelamerikanischen Staaten, der Großteil der Bevölkerung besteht aus Nachkommen spanischer Einwanderer. Der größte Teil der costa-ricanischen Indios lebt heute zurückgezogen und in Restgruppen in der Cordillera de Talamanca. Diese sind aber dennoch einem starken Assimilationsdruck ausgesetzt.
Etwa 60 % der Costaricaner leben in Städten. Zwei Drittel der etwa vier Millionen Einwohner des Landes leben im klimatisch begünstigten Hochland, Siedlungsschwerpunkt ist das Valle Central, in dem die bedeutenden Städte San José, Heredia, Cartago und Alajuela liegen. Wichtige Küstenstädte sind Puerto Limón (Karibikküste) und Puntarenas (Pazifikküste). Liberia ist das wirtschaftliche Zentrum der Nordwestregion Guanacaste und verfügt neben San José als einzige weitere Stadt Costa Ricas über einen internationalen Flughafen.
Sprache:
Die offizielle Landessprache ist Spanisch, mit einigen costa-ricanischen Eigenarten. An der Atlantikküste ist auch Englisch und eine englisch-basierte Kreolsprache weit verbreitet, die dem Jamaika Patois ähnlich ist.
Das in Costa Rica gesprochene Spanisch weist einige Unterschiede zum Standard-Spanisch auf.
Gesundheit:
In Costa Rica gibt es etwa 6.800 Ärzte, das sind pro 1000 Einwohner etwa 1,69 (Stand 2005). Für Gesundheitsaufgaben gibt das Land zur Zeit etwa $689.654.600 aus. Die tägliche Nahrungsaufnahme pro Kopf beträgt etwa 2610 kcal. Die durchschnittliche Lebenserwartung lag 2004 bei 78,3 Jahren.
Typisches Essen und Getränke:
Zu den Hauptbestandteilen der sehr vielfältigen, costa-ricanischen Küche zählen Reis, Bohnen und häufig auch Kochbananen. Diese Grundzutaten werden zu den verschiedensten Gerichten verarbeitet. An den Karibik-Küstenregionen locken schmackhafte exotische Speisen, die unter anderem durch die Zubereitung mit Kokosmilch ihre Raffinesse erhalten. Vor allem in San José haben sich in den letzten Jahren aber auch viele Fast Food Ketten wie McDonalds, Pizza Hut, Burger King und Taco Bell etabliert.
Das typische Frühstück und zugleich das Nationalgericht Costa Ricas ist Gallo Pinto: ein Gericht aus gebratenem Reis mit schwarzen Bohnen und Zwiebeln. Dazu werden häufig Spiegel- oder Rühreier sowie Tortillas und Sauerrahm serviert. Zu Mittag werden in der Regel sogenannte Casados gegessen, bei denen ebenfalls Reis und Bohnen die Basis bilden. Dazu werden Kochbananen und Fleisch oder Fisch sowie ein wenig Salat und gedünstetes Gemüse gereicht. In den zahlreichen kleinen Sodas (ähnlich wie ein Imbiss) erhält man die Mittagsgerichte zum günstigen Preis.
Auch Tamales gelten als typisch für Costa Rica. Diese gefüllten, in Bananenblätter gewickelten und anschließend gedünsteten Maistaschen bereiten Costaricaner oftmals zu Festen, aber auch zwischendurch gerne zu. Zum Nachtisch werden häufig frische Früchte oder auch Süßspeisen wie Kuchen, Torten oder Schokolade serviert.
Die beliebtesten Getränke stellen neben Wasser, Limonaden und Kaffee Erfrischungsgetränke wie Batidos (mit Wasser, Milch oder Joghurt zubereitete Getränke aus frischen Früchten) und pipa (direkt aus der Kokosnuss getrunkenes Kokoswasser) dar. Bei alkoholischen Getränken dominiert der Bier- und Schnapskonsum, Wein wird in der Regel nicht so häufig getrunken.
Politik:
Costa Rica ist eine Präsidialrepublik. Der Präsident wird alle vier Jahre vom Volk direkt gewählt und kann nach einer Legislaturperiode zunächst nicht wiedergewählt werden. Bis zu den Wahlen im Februar 2010 hatte Óscar Arias Sánchez dieses Amt inne, der bereits zwischen 1986 und 1990 Präsident Costa Ricas war. Bei den Wahlen am 7. Februar 2010 wurde zum ersten Mal in der Geschichte Costa Ricas eine Frau als Staatsoberhaupt gewählt. Laura Chinchilla Miranda von der sozialdemokratisch-liberalen Regierungspartei Partido Liberación Nacional (PLN) wurde mit 46,78 Prozent der Stimmen eindeutig an die Spitze des Landes gewählt. Die nächsten Präsidentschaftswahlen finden 2014 statt.
Das Einkammer-Parlament besteht aus 57 Abgeordneten und wird alle vier Jahre nach Verhältniswahl gewählt.
Das deutsche Auswärtige Amt beschreibt den Staat innenpolitisch in der Zusammenfassung mit sehr positiver Wertung: „Costa Rica ist - was politische Stabilität und sozialen Frieden angeht - im zentralamerikanischen Kontext ein Musterland, das verfassungsmäßig und institutionell teilweise dem nordamerikanischen Muster (Präsidialsystem) folgt.
Sicherheit:
Präsident José Figueres Ferrer (19481949, 19531958, 19701974) ließ nach dem Beitritt zum TIAR-Pakt die Armee am 8. Mai 1949 per Verfassung abschaffen und investierte die hierdurch freigesetzten Gelder in den Aufbau des Bildungs- und Gesundheitswesens. Grenzschutzaufgaben hat die Polizei übernommen. Allerdings existiert eine Sicherheitsgarde mit einer Stärke von rund 8400 Mann. 1983 verkündete Präsident Luis Alberto Monge angesichts der Verschärfung der Bürgerkriege in Zentralamerika (v. a. in Nicaragua) die dauernde, aktive und unbewaffnete Neutralität des Landes. Präsident Óscar Arias Sánchez erhielt 1987 für sein Engagement für die friedliche Beilegung von Konflikten in Mittelamerika den Friedensnobelpreis. Costa Rica wird auch die „Schweiz Mittelamerikas“ genannt, nicht nur wegen der bergigen Landschaft, sondern auch wegen des relativen Wohlstands und der oben genannten Neutralität, die sich im Gegensatz zur Schweiz auch durch ein Fehlen der Armee ausdrückt.
Naturschutz:
Rund 27 % der Fläche Costa Ricas stehen unter Naturschutz. In dem 1969 erlassenen Gesetz zur Erhaltung des Waldes wurde Santa Rosa im Nordwesten des Landes an der Pazifikküste als erster Nationalpark eingerichtet. Gleichzeitig wurde eine Nationalparkverwaltung geschaffen, die aber zunächst weder genügend finanzielle Mittel noch Personal besaß, um den Park wirksam gegen Bauern und Neusiedler zu schützen. Der Privatinitiative Einzelner (siehe: Regenwald der Österreicher) ist es zu danken, dass inzwischen die Situation deutlich besser geworden ist. Mehr als 20 Nationalparks gibt es über das Land verstreut mit ganz unterschiedlichen charakteristischen Merkmalen.
Der Natur- und Waldschutz wird in Costa Rica inzwischen als wichtiger Bestandteil der staatlichen Umweltpolitik angesehen, so dass sich große Flächen des einst stark dezimierten Regenwaldes erholen konnten. Hatten Holzfäller in den 1970er und 1980er Jahren rund 80 Prozent des costa-ricanischen Regenwaldes gerodet, ist heute wieder mehr als 50 Prozent des Landes von Wald bewachsen. Zum Schutz des Waldes setzt Costa Rica erfolgreich auf den Ökotourismus. So geben rund 1,5 Millionen Touristen jährlich fast 1,5 Milliarden Dollar für einen Besuch der Regenwälder und anderer ökologischer Ziele Costa Ricas aus.
Die zu Costa Rica gehörende unbewohnte Cocos-Insel (Isla del Coco) liegt 500 km vor der Küste im Pazifischen Ozean und darf nur mit besonderer Genehmigung betreten werden. Sie ist wie auch die Nationalparks La Amistad und Guanacaste von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden.
(Quelle: Wikipedia)
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